Im Osten gab es nichts zu holen

Nachdem das Spiel in Magdeburg ein großer Reinfall für den VfL Bochum war, meinte der Sportwart, das es in Dresden wesentlich besser laufen würde. Also buchte er bei seinem bevorzugten Reisedealer eine Busfahrt gen sächsische Landeshauptstadt.

Am Abend vor der Reise, bestellte er ein Taxi für 3 Uhr 15 und hüpfte dann voller Vorfreude ins Bettchen. Um 2 Uhr 15 stand er auf, präparierte sich für den Tag und packte sein Reisebündel.

Um 3 Uhr 10 verließ er das Haus und wartete auf das Mietgefährt, welches natürlich nicht kam. Also rief er die zuständige Zentrale an und erfuhr, das keine Vorbestellung vorlag. Tätätätä……man versprach aber, umgehend einen Wagen zu schicken.

Und siehe da, wenige Minuten später um 3 Uhr 37 fuhr das Taxi vor. Hurtig stieg der Sportwart ins Gefährt und ab ging die wilde Fahrt. Ja Wild, selbiges wurde beinahe, in Form eines vorwitzigen Rehes im Weitmarer Holz, vom Taxichauffeur erlegt. Ging aber nochmal gut aus für alle Beteiligten.

Um 3 Uhr 50 erreichte das Taxi den Bochumer Fernreise-Busbahnhof. Erleichtert bezahlte der Sportwart die Fahrt und ging danach zum schon anwesenden Reisebus, der ihn weiter transportieren sollte.

Am Bus wartete schon sein Lieblings-Reiseleiter und der wartete auf die Sportwartsche Bezahlung für die Reise. Rasch wurde für die Fahrt gelöhnt und ebenso rasch huschte der Sportwart ins Reisegefährt.

Dort hatte schon sein heutiger Reisegefährte Meidi ein hübsches Plätzchen an einem Vierertisch reserviert. Ja, heuer leistete Meidi dem Sportwart Gesellschaft. Die ständige Begleitung für den Sportwart, der Iburger Det, konnte an diesem Tage leider nicht mitfahren.

Um kurz nach vier begann dann die Busfahrt gen Dresden und musste dann nach wenigen Minuten schon auf einem Bochumer Rastplatz unterbrochen werden, weil noch ein Nachzügler mitgenommen werden wollte. Nachdem der Nachzügler aufgenommen wurde, konnte die Fahrt weitergehen.

Um 4 Uhr 19 musste der Sportwart, ob der ganzen Aufregung, einen kleinen Beruhigungstropfen in Form eines fürstlichen Kornbrandes zu sich nehmen. Das eiskalte Getränk glitt die Sportwartsche Kehle hinunter und vereiste den Sportwartschen Magen sofort. Die selbe Prozedur wiederholte der Sportwart um 5 Uhr 01. Danach war der Sportwartsche Körper wieder völlig im Gleichgewicht.

So gegen, ach was weiß der Sportwart, was die Uhr geschlagen hatte, wurde die erste Pause gemacht. Die Lungen wurden mit Nikotin versorgt und die umliegenden Grünflächen mit Flüssigkeit benetzt. Nach fünfzehn Minuten ging die Fahrt dann weiter.

Der Bus zog durch die weite Landschaft, wo es viele Dinge zu sehen gab. Felder, Bäume, Windräder und dann wieder Felder, Bäume, Windräder…….
Da boten die Halden und die Fördertürme der Kalibergwerke in der Hallenser Gegend etwas Abwechslung, danach das übliche Bild: Felder, Bäume, Windräder…..

Durch Betrachtung dieser abwechslungsreichen Gegend verging die Fahrt wie im Rausch. Und zack war schon der Sammelpunkt für die Reisebusse mit Bochumer Fan-Inhalt erreicht. An einem Rastplatz kurz vor Dresden wurden die Busse gesammelt und dann mit Gendarmen-Eskorte zum Dresdner Messeparkplatz gebracht.

Mit blauem Lichte  und fröhlichen Sirenenklang ging es, unter den erstaunten Blicken von Einheimischen und Touristen, zum Messeparkplatz. Dort durfte man dann in Shuttle-Busse umsteigen, welche die Bochumer Anhängerschaft in knapp 10 Minuten, ebenfalls mit voller Beleuchtung und Hörnerklang, zum Dresdner Stadion brachten.

Hier erfolgten dann die üblichen Leibesvisitationen und schon ward der Weg zu den Steh- und Sitzplätzen im Gästeblock frei. Nach Besichtigung der charmanten Örtlichkeiten erklommen Meidi und der Sportwart die steilen Stufen zu ihren Plätzen und machten es sich dort bequem.

Und während sie so auf den Anpfiff warteten, konnten sie eine schöne Choreografie der Dresdner Anhängerschaft begutachten. Drei riesengroße bunte Transparente mit Bezug auf 820 Jahre Dresden wurden da präsentiert. Recht nett anzuschauen das Ganze.

Wußtet ihr schon das der Name Dresden aus dem obersorbischen / altsorbischen Drjezdzany / Drezd‘any abgeleitet wurde, was soviel wie Sumpf- oder Auwaldbewohner bedeutet….

Nach der feinen Choreografie begann dann auch schon das Spiel Dresden gegen Bochum. Voller Hoffnung auf einen Erfolg blickte der Sportwart auf das Spielfeld, um nach fünf Minuten den Boden der Tatsachen zu küssen. Dresden hatte zum eins zu null eingeklinkt……

Ach, genug Zeit ist ja noch, dachte der Sportwart und schaute wieder voller Zuversicht auf den Acker. Nun, er schaute und schaute und sah nicht viel Positives von Bochumer Seite kommen. Das hielt sich auch so bis zur Pause.

Nach 15 Minuten Besinnung ging das Spiel weiter und der Sportwart dachte recht heiter, das kann noch was werden. Joh, es wurde was. Aus dem Nirgendwo kommend, hoppelte das runde Leder ins Bochumer Tor. Dresden führte nun zwei zu null.

So langsam begriff der Sportwart, das es nach Magdeburg auch in Dresden nichts zu gewinnen geben wird. So kam es dann auch, im Osten gab es nichts zu holen.

Kurz vor Abpfiff, angereichert mit viel Ärger, wanderten Meidi und der Sportwart zu den Shuttle-Bussen, konnten dort auch fast sofort Platz nehmen. Nach kurzer Zeit waren dann auch zwei Busse voll und ab ging es mit Begleitung zurück zum Messeparkplatz. Wieder mit voller Beleuchtung und Getöse.

Dort angekommen schlich man zu den Fahrzeugen. Der Sportwart genehmigte sich im Reisebus einen guten Schluck gekühlten fürstlichen Kornbrandes, um etwas innere Ruhe zu finden. Nach einem weiteren Schlückchen war sie auch schon wieder da, die innere Ruhe.

Zügig trafen auch alle anderen Busmitreisenden ein, sodass die Rückfahrt alsdann beginnen konnte. Und wie auf der Hinfahrt gab es wiederum reichlich Felder, Bäume und Windräder zu begutachten. Einzige Abwechslung war der kurze Umweg durch die Pampa, da ein Teil der Autobahn gesperrt war. Hierbei konnten ein paar nette Dörfchen und eine Halde näher betrachtet werden.

Ansonsten verging die Rückreise, unterbrochen von einer Pause, recht unaufgeregt. Um 22 Uhr 25 erreichte man den Bochumer Hauptbahnhof. Es erfolgte eine kurze Verabschiedung und danach eilte der Sportwart flugs zur Busline 354 um den letzten Bus gen Heimat noch zu erreichen. Dies gelang ihm und so konnte er um 23 Uhr Frau Sportwart und Hund Sportwart wieder in die Arme schließen.

So, meine Lieben, das wars für diesmal. Gehabt euch wohl und bleibt gesund.

Der Sportwart

Und wohl aufgemerkt!

Spielt der Verein auch noch so bescheiden, eins bleibt bestehen:

Einmal ein Bochumer Junge, immer ein Bochumer Junge.